Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien berichtet über „Goldbach im Goldrausch“

27 Jan

Goldbach im Goldrausch

Berliner Studentinnen wollen Roşia Montană-Diskussion auch in Deutschland anregen

Von: Andrea Rüthel

Mittwoch, 25. Januar 2012

In Rumänien ist der Fall Roşia Montană schon seit Längerem im Gespräch: In der siebenbürgischen Karpatenstadt, die zu Deutsch vielversprechend Goldbach heißt, wird traditionell Gold ausgebeutet – und in den Bergen soll es noch rund 300 Tonnen von dem Edelmetall geben. Angesichts der steigenden Goldpreise bleibt der Abbau interessant: Die rumänisch-kanadische „Roşia Montană Gold Corporation“ plant, um Roşia Montană herum eines der größten Gold-Bergwerke Europas zu bauen. Das Projekt verspricht enorme Profite und neue Arbeitsplätze. Umweltschützer befürchten jedoch desaströse Umweltschäden, Bürgerrechtler protestierten gegen die Umsiedelung von 16 Dörfern auf dem betroffenen Gelände.

Jetzt haben sich fünf Studentinnen des Studiengangs Osteuropastudien an der Freien Universität Berlin zusammengetan, um auch in Deutschland auf die Diskussion aufmerksam zu machen. „Goldbach im Goldrausch!? Umweltbewusstsein im Wandel in Rumänien“ nennen sie ihr Projekt, das bislang „noch in den Kinderschuhen steckt“, so Studentin Anne Gebauer. Mit einem Online-Aufruf suchen die Erstsemestlerinnen im Masterstudium nach künstlerischen Arbeiten aller Formate, die sich kritisch mit den aktuellen Geschehnissen und der Diskussion um Roşia Montană auseinandersetzen. „Wir haben uns für die Kunst als Medium entschieden, weil Umweltprobleme gerade hier nur selten aufgegriffen werden. Kunst ist ein sehr emotionales Medium und kann eine andere Sicht auf (umwelt-)politische Ereignisse gewähren“, so Gebauer.

Im Rahmen einer Ausstellung mit Gesprächsrunde sollen die besten Arbeiten später in einer Berliner Galerie vor internationalem Publikum gezeigt werden. „Wir möchten einen Blick über den Tellerrand werfen und diesen anderen auch ermöglichen“, sagt Gebauer über die Ziele des Projekts. „Auch wenn wir uns bewusst sind, dass wir mit der geplanten Ausstellung vorerst keine Veränderungen vor Ort bewirken können, möchten wir für dieses Thema in Deutschland sensibilisieren oder eine kontroverse Diskussion anregen.“
Angedacht ist auch eine Forschungsreise der Projektgruppe nach Roşia Montană. Der „Call for Art“ läuft noch bis zum 1. Mai.

Artikel in der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: